Die Weltbevölkerung wächst bis 2050 auf rund zehn Milliarden Menschen, zugleich erschwert der Klimawandel vielerorts die Landwirtschaft: Der Menschheit droht eine Nahrungsmittelkrise. „Blaue Lebensmittel“ – Fische, Muscheln, speziell aber Wasserpflanzen und Algen könnten angesichts dessen ein wichtiger Lösungsansatz sein.
„Blaue Lebensmittel“ bieten ökologische wie auch ernährungsphysiologische Vorteile. Das macht sie zu einer idealen potenziellen Quelle für den künftigen Nahrungsmittelbedarf. Der Proteingehalt von Algen ist zum Beispiel höher als der von Fleisch, Geflügel und Milchprodukten. Zudem können Algen ohne Süßwasser oder Ackerland angebaut werden. Seegras ist in der Lage, 35-mal schneller Kohlenstoff zu binden als tropische Regenwälder, kann verlassene Salzsümpfe in blühende Lebensräume verwandeln und kann sogar als Alternative zu Reis verwendet werden.
„Auch wenn die Aquakulturproduktion in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat, bleibt das Potenzial der Meere für eine gesunde und nachhaltige Ernährung weitgehend ungenutzt“, sagt Sander van den Burg von der Universität Wageningen. Der niederländische Forscher erwartet, dass sich das 2022 ändern wird, wenn nach und nach mehr blaue Lebensmittel in den Geschäften erhältlich sein werden.
Um die Umweltvorteile dieser Nahrungsquelle voll ausschöpfen zu können, müsse die Menschheit zudem mehr in Richtung zirkuläre Techniken denken, sagt Van den Burg. Beispiele: die Verwendung von Algen anstelle von Fisch als Futtermittel und die Suche nach neuen Verwendungsmöglichkeiten für Abfälle und andere Nebenprodukte der Lebensmittelproduktion.
(aus LinkedIn)

