Ob soziale Isolation oder die Angst um die eigene Existenz: Schon jetzt zeigt sich, dass die Pandemie tiefe Spuren hinterlässt – gesellschaftlich, wirtschaftlich, mental. So ist in Deutschland die Zahl schwerer depressiver Störungen und Angststörungen im ersten Covid-Jahr jeweils um etwa 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Das geht aus einer Studie der Universität von Queensland und der Universität von Washington hervor.
Mehr noch: Die Folgen daraus sind, dass sich psychische Belastungen bei vielen Menschen direkt auf die körperliche Gesundheit auswirken – zum Beispiel in Form von Müdigkeit und Erschöpfung sowie Schmerzen ohne organische Ursache.
Das grundlegende Problem? Therapieplätze sind oft rar und mentale Belastung am Arbeitsplatz wird meist nicht angesprochen.
2022 sollten noch mehr Unternehmen Mental Health in ihre Arbeitskultur integrieren, auch aus ökonomischer Sicht. Denn wer psychisch krank ist, ist nicht nur gesundheitlich gefährdet, sondern hat womöglich auch mit einem Mangel an Motivation, Einsatzbereitschaft und Konzentrationsfähigkeit im Job zu kämpfen.
Weil vor allem die Häufigkeit von Depressionen zunimmt, sollten Unternehmen “dringend Basiswissen und auch Handlungskompetenz zu Depression und Suizidprävention aufbauen”, rät Ulrich Hegerl, Vorstandschef der Stiftung Depressionshilfe.
Um das Thema zu entstigmatisieren und den Arbeitsplatz zum “Mental-Health-Care-Place” zu machen, werden entsprechende Apps und Wearables künftig nicht wegzudenken sein, sagt Nora Blum vom Online-Kurs-Angebot Selfapy. Bei solchen Dienstleistungen könnten Beschäftigte dann etwa ihre Emotionen und Stimmungen tracken, Expert:innen-Tipps erhalten und bei Bedarf digitale Psychotherapiestunden buchen.
(aus LinkedIn)

